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WHtR berechnen: Taille-zu-Größe-Verhältnis & Gesundheitsrisiko

7. Mai 2026·7 min Lesezeit

Das Taille-zu-Größe-Verhältnis (Waist-to-Height Ratio, WHtR) gilt heute in vielen Studien als der einfachste und zugleich aussagekräftigste Marker für viszerales Bauchfett — und damit für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom.

In diesem Beitrag erfährst du, wie das WHtR berechnet wird, welche Grenzwerte nach Ashwell gelten, wie du richtig misst und warum das WHtR den klassischen BMI in der Risikoeinschätzung übertrifft.

Die Formel

WHtR = Taillenumfang ÷ Körpergröße

beide in derselben Einheit (cm)

Die Faustregel: Halte deinen Taillenumfang unter der Hälfte deiner Körpergröße. Bei 175 cm Körpergröße bedeutet das eine Taille unter 87,5 cm. Diese «Half-Waist-Rule» wurde von Margaret Ashwell und Kollegen 2012 in einer großen Meta-Analyse als robustes Screening-Kriterium etabliert.

Klassifikation nach Ashwell (2012)

KategorieWHtR (unter 40 J.)WHtR (über 50 J.)
Untergewicht< 0,40< 0,40
Niedriges Risiko0,40 – 0,490,40 – 0,54
Erhöhtes Risiko0,50 – 0,540,55 – 0,59
Stark erhöht0,55 – 0,590,60 – 0,64
Sehr hohes Risiko≥ 0,60≥ 0,65

Zwischen 40 und 50 Jahren werden die Grenzen um 0,005 nach oben verschoben.

Beispiel

Eine 35-jährige Frau hat einen Taillenumfang von 85 cm und eine Körpergröße von 175 cm:

85 cm ÷ 175 cm = 0,486

Ergebnis: niedriges Risiko nach Ashwell.

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Richtig messen

Miss morgens, nüchtern, im Stehen. Das Maßband liegt waagerecht auf Nabelhöhe an, eng anliegend, aber ohne in die Haut einzuschnüren. Atme normal aus und halte dann den Atem für die Messung an. Wiederhole zur Sicherheit zwei Mal und nimm den Mittelwert.

Die Körpergröße misst du barfuß, an der Wand stehend, mit geradem Rücken und Blick nach vorn.

WHtR vs. BMI vs. WHR

Der BMI berücksichtigt nur Gewicht und Größe — er unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse und sagt nichts über die Fettverteilung aus. Das Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) erfasst die Fettverteilung, benötigt aber zwei Umfänge.

Das WHtR vereint die Vorteile: Es misst die abdominale Fettverteilung mit nur einem zusätzlichen Maß und ist über alle Körpergrößen hinweg anwendbar. In Meta-Analysen schnitt es bei der Vorhersage kardiometabolischer Risiken besser ab als BMI und WHR.

Fazit

Das WHtR ist schnell berechnet, leicht zu messen und gilt als verlässlicher Marker für viszerales Bauchfett. Nutze unseren WHtR-Rechner und ergänze ihn mit BMI und Körperfettanteil für ein vollständiges Bild.