Wie gut ist dein Asthma kontrolliert? Diese Frage entscheidet, ob die Therapie passt, ob Trigger im Alltag gemieden werden müssen oder ob ein Arztbesuch ansteht. Der Asthma Control Test (ACT) liefert in fünf Fragen eine validierte Antwort.
In diesem Beitrag erfährst du, wie der ACT funktioniert, was die Score-Bereiche bedeuten und welche Schritte je nach Ergebnis sinnvoll sind. Außerdem zeigen wir dir, wie der ACT mit anderen Gesundheitsdaten — etwa Lungenfunktion und allgemeiner Fitness — zusammenpasst.
Was ist der ACT?
Der Asthma Control Test wurde 2004 von Nathan und Kollegen im Journal of Allergy and Clinical Immunology publiziert und seither in zahlreichen Studien validiert. GINA (Global Initiative for Asthma) empfiehlt ihn als Verlaufsinstrument zur Beurteilung der Asthma-Kontrolle.
Fünf Fragen, jeweils mit fünf Antwortoptionen (1–5 Punkte). Bezugsraum sind die letzten vier Wochen. Der Gesamtscore reicht von 5 bis 25.
Die fünf Fragen des ACT
- Aktivitätseinschränkung — Wie oft hat dich dein Asthma beim Arbeiten, in der Schule oder zu Hause gebremst?
- Atemnot — Wie häufig hattest du Atemnot?
- Nachtsymptome — Wie oft haben Asthma-Symptome dich nachts oder früh morgens geweckt?
- Notfallspray-Gebrauch — Wie oft hast du dein SABA (Salbutamol) benutzt?
- Selbsteinschätzung — Wie gut war dein Asthma deiner Meinung nach kontrolliert?
Score-Bereiche
| Score | Bedeutung | Empfehlung |
|---|---|---|
| 20 – 25 | Gut kontrolliert | Therapie & Trigger-Vermeidung beibehalten |
| 16 – 19 | Nicht gut kontrolliert | Therapie-Anpassung mit Arzt besprechen |
| 5 – 15 | Schlecht kontrolliert | Zeitnah ärztlich abklären lassen |
Eine Score-Veränderung um ≥ 3 Punkte gilt als klinisch bedeutsam (MCID nach Schatz et al., 2009). Trends über mehrere Tests sind aussagekräftiger als ein Einzelwert.
Was der ACT nicht ersetzt
Der ACT erfasst Symptome — nicht die Lungenfunktion. FEV1 oder Peak-Flow ergänzen den Score. Ein guter ACT-Score (z. B. 22) bei niedrigem FEV1 ist ein Warnzeichen: Patienten unterschätzen ihre Symptome häufig (Schatz 2006).
Auch Exazerbationen und der Bedarf an oralen Steroiden gehören zur Risikoeinschätzung — beides erfragt der ACT nicht.
Was du jetzt tun kannst
- Score < 20: Termin beim Hausarzt oder Pneumologen — meist genügt eine Step-up-Therapie nach GINA-Stufe.
- Notfallspray > 2× pro Woche: klares Zeichen für ungenügende Dauertherapie. SABA-Übergebrauch erhöht das Exazerbationsrisiko.
- Trigger identifizieren: Pollen, Tierhaare, Rauch, Anstrengung, Infekte. Asthma-Tagebuch über 2 Wochen kann helfen.
- Inhalator-Technik überprüfen: bis zu 70 % der Patienten inhalieren falsch. Ein 2-Minuten-Check beim Apotheker oder Arzt.
Verwandte Themen & Rechner
- VO₂max — die maximale Sauerstoffaufnahme ist bei kontrolliertem Asthma kaum vermindert. Sinkt sie spürbar, lohnt eine Lungenfunktion. Zum VO₂max-Artikel.
- Herzfrequenz beim Sport — Anstrengungs-induziertes Asthma ist häufig. Trainings-Zonen helfen, Symptome im Griff zu behalten. Zum Herzfrequenz-Artikel.
- Vitamin D — Vitamin-D-Mangel ist mit erhöhter Asthma-Aktivität assoziiert (Cochrane 2016). Zum Vitamin-D-Artikel.
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Zum Asthma Control Test →Häufige Fragen
Wie oft sollte ich den ACT machen?
Bei stabilem Asthma alle drei Monate. Bei Therapieumstellung oder Verschlechterung wöchentlich. Eine kontinuierliche Trend-Beobachtung ist aussagekräftiger als ein Einzelwert.
Mein Score liegt unter 16 — ist das ein Notfall?
Nein, ein niedriger Score ist kein akuter Notfall, aber ein klares Signal für unzureichende Kontrolle. Vereinbare zeitnah einen Termin. Bei akuter Atemnot oder schnell zunehmenden Symptomen unabhängig vom Score sofort ärztliche Hilfe oder Notruf 112.
Funktioniert der ACT auch bei Kindern?
Der hier vorgestellte ACT ist ab 12 Jahren validiert. Für Kinder von 4–11 Jahren existiert der Childhood Asthma Control Test (cACT) mit kindgerechter Sprache und einer Eltern-Komponente.
Welche Rolle spielen Trigger?
Trigger erklären oft, warum sich der Score plötzlich verschlechtert. Häufige Auslöser: Infekte, Pollen, Tierallergene, Rauch, kalte Luft, Anstrengung. Ein Asthma-Tagebuch über 2 Wochen deckt persönliche Trigger meist zuverlässig auf.