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Erektile Dysfunktion testen: IIEF-5-Fragebogen, Ursachen und was hilft

1. Mai 2026·8 min Lesezeit

Erektile Dysfunktion (ED) ist häufiger als die meisten Männer denken: weltweit sind etwa 52 % aller Männer zwischen 40 und 70 davon betroffen — meist unausgesprochen. Mit dem IIEF-5 kannst du in 2 Minuten einschätzen, ob deine Erektionsprobleme im klinisch relevanten Bereich liegen.

Dieser Artikel erklärt den Test, die Schweregrade nach Cappelleri & Rosen (2005), die häufigsten Ursachen und was wirklich hilft.

Was ist der IIEF-5?

Der International Index of Erectile Function (IIEF-5) — auch SHIM (Sexual Health Inventory for Men) genannt — ist die wissenschaftlich validierte 5-Fragen-Kurzform des längeren IIEF-15. Entwickelt 1999 von Raymond Rosen et al., ist er heute der weltweite Standard im Screening auf erektile Dysfunktion.

Jede der 5 Fragen wird auf einer Skala von 1 bis 5 beantwortet. Der Gesamtscore reicht von 5 (schwere ED) bis 25 (keine ED).

Sensitivität: 98 % — der Test entdeckt fast alle ED-Fälle.

Spezifität: 88 % — wenige Fehlalarme bei einem Cutoff von ≤ 21.

Schweregrade nach Cappelleri & Rosen

ScoreSchweregradEmpfehlung
22 – 25Keine EDBeobachten
17 – 21LeichtLebensstil-Anpassung
12 – 16Leicht bis mittelschwerHausarzt
8 – 11MittelschwerUrologe + Diagnostik
5 – 7SchwerUrologe zeitnah

Der Cutoff von ≤ 21 ist klinisch etabliert — darunter wird eine ärztliche Abklärung empfohlen.

Die häufigsten Ursachen

ED ist selten rein psychogen. In über 80 % der Fälle liegt eine organische Mitursache vor:

Vaskulär (häufigste Ursache)

Atherosklerose, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Rauchen schädigen die kleinen Penisarterien — oft Jahre bevor andere Symptome auftreten. ED gilt als Frühmarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 3–5 Jahren Vorlauf.

Endokrin / Hormonell

Testosteronmangel (Hypogonadismus) und Diabetes mellitus sind häufig. 50 % der Diabetiker entwickeln innerhalb von 10 Jahren eine ED — vor allem durch Schädigung der Nervenfasern und Gefäße.

Medikamentös

Betablocker, Thiazide, SSRI-Antidepressiva, Finasterid, Opioide und einige Antipsychotika können Erektionsstörungen verursachen — bei Verdacht mit dem Arzt sprechen, nie eigenmächtig absetzen.

Psychogen

Versagensangst, Stress, Beziehungskonflikte, Depression — typisches Zeichen: Morgenerektionen sind erhalten, aber bei Geschlechtsverkehr versagt die Erektion. Häufiger bei jüngeren Männern.

ED als Frühwarnzeichen

Eine Studie im Journal of the American Medical Association (Inman et al. 2009) zeigte: Männer unter 50 mit ED haben 50-fach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt in den nächsten 5–10 Jahren — verglichen mit Gleichaltrigen ohne ED. Die Penisarterien sind nur 1–2 mm dick und reagieren früher auf Atherosklerose als die 3–4 mm dicken Koronararterien.

Deshalb gehört zur ED-Abklärung immer ein Check der kardiovaskulären Risikofaktoren — Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, Bauchumfang und Rauchstatus.

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Was wirklich hilft

Studien zeigen: bei leichter bis mittelschwerer ED ist Lebensstil-Modifikation oft wirksam wie Medikamente:

  • Bewegung: 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche senken das ED-Risiko um 40 %
  • Gewichtsabnahme: bei BMI > 30 verbessert eine 10-%-Reduktion die Erektionsfähigkeit deutlich
  • Mediterrane Ernährung: Olivenöl, Fisch, Nüsse, viel Gemüse — verbessert Endothelfunktion
  • Rauchstopp: Nikotin ist einer der stärksten ED-Risikofaktoren
  • Schlaf: 7–9 Stunden — Schlafapnoe ist eine unterdiagnostizierte ED-Ursache
  • Beckenbodentraining: Kegel-Übungen verbesserten in einer Studie 40 % der Männer mit leichter ED

Bei Testosteronmangel kann Substitution helfen, bei vaskulären Ursachen sind PDE-5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil) erste Wahl — verschreibungspflichtig und nur nach ärztlicher Abklärung.

Verwandte Rechner

Da ED häufig zusammen mit anderen Risikofaktoren auftritt, lohnt sich ein Blick auf den Testosteron-Rechner (Hypogonadismus ausschließen), den Diabetes-Risiko-Rechner (FINDRISC-Score) und das biologische Alter als Gesamt-Marker für deinen Gesundheitszustand.

Fazit

Der IIEF-5 ist ein zuverlässiges Screening — aber nur der erste Schritt. Bei einem Score unter 22 lohnt sich die ärztliche Abklärung, denn ED ist häufig die Spitze eines Eisbergs aus vaskulären, hormonellen oder metabolischen Risikofaktoren. Nutze unseren IIEF-5-Rechner für die anonyme Selbsteinschätzung — und sprich bei auffälligen Werten mit deinem Arzt.