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Dehydration berechnen: Flüssigkeitsmangel-Risiko mit Symptomen erkennen

4. Mai 2026·8 min Lesezeit

Schon ein Flüssigkeitsverlust von 1–2 % des Körpergewichts beeinträchtigt Konzentration, Stimmung und körperliche Leistungsfähigkeit. Bei Hitze, Sport oder Krankheit kann sich das innerhalb weniger Stunden zu einer ernsten Dehydration entwickeln.

Dieser Ratgeber zeigt, wie du dein Risiko quantitativ einschätzen kannst — über die Trinkmenge im Verhältnis zum Tagesbedarf (35 ml/kg, EFSA) und einen klinischen Symptom-Score nach WHO/CDC.

Wie viel Flüssigkeit brauchst du wirklich?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt Erwachsenen 2,0 l (Frauen) bis 2,5 l (Männer) Flüssigkeit täglich aus Getränken — etwa 35 ml pro kg Körpergewicht. Bei einer 70-kg-Person sind das rund 2,45 Liter.

Bedarfssteigernde Faktoren:

  • Hitze: +0,5–1,0 l ab 30 °C — Schweißverlust kann 1–2 l/h erreichen
  • Sport: 400–800 ml pro Stunde Belastung, je nach Intensität
  • Fieber: +10 % pro 1 °C über 37 °C
  • Schwangerschaft / Stillzeit: +300 ml bzw. +700 ml

Schweregrade der Dehydration

StufeDefizitTypische Zeichen
Leicht1–3 %Durst, dunklerer Urin, leichte Müdigkeit
Moderat3–6 %Trockener Mund, Kopfschmerzen, Schwindel, Tachykardie
Schwer> 6 %Verwirrtheit, kein Wasserlassen, Kreislaufschwäche, Bewusstlosigkeit

Ab einem Verlust von 10 % besteht akute Lebensgefahr. Säuglinge und ältere Menschen verschlechtern sich deutlich schneller.

Die acht klinischen Symptome im Score

Unser Rechner wertet acht Zeichen mit unterschiedlicher Gewichtung aus — angelehnt an die Empfehlungen von WHO und CDC:

SymptomPunkteBedeutung
Durst1Frühestes, sensitivstes Zeichen
Dunkler Urin1Konzentrierter Urin, Urinfarbskala 5–8
Trockener Mund1Reduzierte Speichelproduktion
Müdigkeit1Sinkende Leistungsfähigkeit
Kopfschmerzen1Reduziertes Plasmavolumen
Schwindel beim Aufstehen2Orthostatische Hypotonie
Schneller Puls2Tachykardie als Kompensation
Verwirrtheit3Notfallzeichen — ärztliche Versorgung

Verwirrtheit gilt immer als schweres Warnzeichen — unabhängig vom Trinkprotokoll. In diesem Fall sofort medizinische Hilfe rufen.

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So gleichst du eine Dehydration richtig aus

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad:

  • Leicht (1–3 %): 250–500 ml Wasser oder verdünnte Saftschorle in 30–60 Minuten trinken.
  • Moderat (3–6 %): 500–1000 ml über 1–2 Stunden, idealerweise mit Elektrolyten (Natrium, Kalium, Glukose) — orale Rehydratationssalze (ORS) sind erste Wahl.
  • Schwer (> 6 %): Notruf 112 — orale Rehydratation reicht meist nicht mehr aus, intravenöse Infusionen sind erforderlich.

Vorsicht: Reines Wasser in sehr großen Mengen über kurze Zeit kann zu Hyponatriämie führen — besonders nach langen Ausdauerbelastungen. Daher gleichmäßig trinken und Elektrolyte ergänzen.

Verwandte Rechner

Dein individueller Tagesbedarf lässt sich präzise mit dem Wasserbedarfs-Rechner ermitteln. Wer viel Kaffee trinkt, sollte einen Blick auf den Koffein-Rechner werfen — Koffein ist nur leicht harntreibend, aber relevant. Bei häufigen Kreislaufbeschwerden lohnt sich der Natrium-Korrektur-Rechner zur Einschätzung von Elektrolytstörungen.

Fazit

Dehydration ist mehr als nur „durstig sein". Bereits ab einem Defizit von 1–2 % sinkt deine Leistungsfähigkeit messbar. Mit unserem Dehydrations-Risiko-Rechner erkennst du in Sekunden, ob du nachtrinken solltest — oder ob ein Notfall vorliegt. Im Zweifel: lieber einmal zu früh Hilfe holen als zu spät.